Zum Inhalt springen

Zahnweiß › Strips

Whitening Strips: Wie gut wirken Bleaching-Streifen?

Bleaching-Streifen sind das meistgekaufte Mittel zum Aufhellen zu Hause. Was in den Streifen steckt, was sie leisten und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Aktualisiert im Oktober 2026 · Quellen am Seitenende

Auf einen Blick

  • Frei verkäufliche Strips enthalten höchstens 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid oder einen anderen Wirkstoff wie PAP.
  • VKI und Stiftung Warentest haben im Mai 2026 Streifen, Seren und Gele getestet: 5 von 11 Produkten waren „gut“, zwei „weniger zufriedenstellend“, darunter zwei Streifen-Produkte.
  • Strips liegen nicht passgenau an. Gel, das aufs Zahnfleisch gerät, kann es reizen.
  • Nicht für Kinder, Schwangere, Stillende und nicht bei Karies oder Zahnfleischentzündung.

Was Whitening Strips sind

Ein Whitening Strip ist ein dünner, biegsamer Folienstreifen, auf dessen Innenseite ein Bleichgel sitzt. Sie drücken einen Streifen auf die oberen und einen auf die unteren Schneidezähne und nehmen ihn nach der angegebenen Zeit wieder ab. Das Gel bleibt so länger am Zahn als bei einem Stift, wo der Speichel es schnell wegspült.

Die Streifen decken meist nur die vorderen sechs bis acht Zähne ab, also die, die man beim Lächeln sieht. Backenzähne bleiben, wie sie sind.

Welche Wirkstoffe in Strips stecken

Wirkstoff auf dem EtikettWie er wirktIn der EU frei verkäuflich?
Hydrogen Peroxide (Wasserstoffperoxid)oxidiert Farbstoffe im Zahnnur bis 0,1 %
Carbamide Peroxide (Carbamidperoxid)zerfällt zu Wasserstoffperoxid, etwa ein Drittel der Angabenur bis 0,1 % freigesetztes Peroxid
PAP (Phthalimidoperoxycapronsäure)oxidiert ohne Wasserstoffperoxidja
ohne BleichmittelPigmente oder Polierstoffe, nur Oberflächeja

Die Angabe auf der Packung ist Pflicht. Steht dort weder Wirkstoff noch Konzentration, lassen Sie das Produkt liegen. Mit dem Etikett-Check auf der Startseite können Sie Ihre Packung einordnen.

Was der Test zeigt

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf Mittel zur Zahnaufhellung aus Drogerien und dem Onlinehandel geprüft. Bewertet wurden die Bleichwirkung und die Zahnschonung. Fünf Produkte bekamen ein „gut“, vier ein „durchschnittlich“, zwei ein „weniger zufriedenstellend“. Die Preise lagen zwischen 5,99 und 69,90 Euro.

Schwach schnitten die „Teeth Whitening Strips“ von Pdoo ab: messbare, aber mit dem Auge kaum sichtbare Aufhellung. Die „Bleaching Stripes“ von Rapid White überzeugten unter anderem bei der Zahnschonung nicht. Die ausführlichen Ergebnisse veröffentlicht der VKI auf seiner Website.

Laut VKI hellten einige Produkte die Zähne sogar über den natürlichen Farbton hinaus auf. Die Expertin des VKI warnt trotzdem: Der Zahnschmelz kann vorübergehend an Härte verlieren, was das Risiko für Zahnschäden erhöht.

So wenden Sie Strips richtig an

  1. Zähne putzen. Ob Sie danach eine Weile warten sollen, steht in der Anleitung des Herstellers.
  2. Zähne trocken tupfen. Auf trockenem Schmelz haftet der Streifen besser.
  3. Streifen mit der Gelseite auf die Zähne legen, am Zahnfleischrand ausrichten, überstehendes Ende nach hinten falten.
  4. Die Tragezeit aus der Anleitung einhalten, nicht verlängern.
  5. Streifen abziehen, Gelreste mit Wasser ausspülen oder sanft wegputzen.
  6. Nach der Kur mit fluoridhaltiger Zahnpasta weiterputzen.

Nebenwirkungen und wann Sie aufhören sollten

Häufig werden die Zähne während der Kur empfindlich, vor allem bei Kaltem. Das geht nach dem Absetzen in der Regel zurück. Zahnfleisch, das mit Gel in Berührung kommt, kann sich röten oder brennen.

Hören Sie auf und gehen Sie in die Praxis, wenn ein Zahn stark oder anhaltend schmerzt, das Zahnfleisch weiß wird oder blutet, oder wenn Flecken entstehen, die vorher nicht da waren.

Stift und Gel als Alternative

Bleaching-Stifte tragen das Gel mit einem Pinsel auf. Der Wirkstoff bleibt nur kurz in Kontakt mit dem Zahn, weil Speichel ihn verdünnt. Stifte eignen sich eher, um nachzuhelfen, wenn der Effekt einer Kur nachlässt. Seren und Gele mit Schiene aus dem Handel decken die Zähne gleichmäßiger ab als ein Stift, sitzen aber ebenfalls nicht passgenau. Die passgenaue Schiene gibt es nur beim Zahnarzt, mit stärkerem Gel: siehe Kosten für Home-Bleaching.

Häufige Fragen

Wie lange muss man Whitening Strips tragen?

Das steht in der Anleitung des Herstellers und reicht je nach Produkt von wenigen Minuten bis etwa einer halben Stunde. Länger tragen bringt nicht mehr Weiß, aber mehr Reizung am Zahnfleisch.

Wie viele Tage hintereinander darf ich Strips benutzen?

Halten Sie sich an den Zyklus auf der Packung, je nach Produkt ein bis vier Wochen. Werden die Zähne empfindlich, legen Sie Pausen ein. Mehrere Kuren direkt hintereinander sind nicht sinnvoll.

Sind PAP-Strips besser als Peroxid-Strips?

PAP gilt als schonender für den Schmelz, hellt aber in der Regel weniger auf. Frei verkäufliche Peroxid-Strips dürfen in der EU höchstens 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid enthalten und wirken ebenfalls eher schwach.

Darf ich nach den Strips Kaffee trinken?

Warten Sie besser eine Weile. Direkt nach dem Bleichen nimmt der Schmelz Farbstoffe leichter auf. Halten Sie die Wartezeit aus der Anleitung ein und spülen Sie nach Kaffee, Tee oder Rotwein mit Wasser nach.

Quellen

  1. VKI: Mittel zur Zahnaufhellung, Presseinformation vom 12.05.2026 (Test mit Stiftung Warentest)
  2. Verbraucherzentrale: Bleaching, Möglichkeiten der Zahnaufhellung (Stand 05.05.2025)
  3. Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, Anhang III Nr. 12
  4. Fittler M. u. a.: Rampant online marketing of teeth whitening products. Heliyon 2023;9(9):e19463

Zahnweiß ist ein unabhängiger Ratgeber zur Zahnaufhellung. Die Inhalte beruhen auf den genannten Quellen von Behörden, Verbraucherschutz und Forschung. Sie ersetzen keine Untersuchung in der Zahnarztpraxis. Stand: Oktober 2026.